SAMSARA

HYPNOSETHERAPIE

Meine Gedanken

10.04.2021

ERST DIE ARBEIT!

Wer kennt es auch? Schon immer war es bei mir so, dass ich das ungeliebte zuerst erledige. Das zieht sich durch alle Bereiche in meinem Leben, seit denken kann. Es war schon immer so. Ich wollte lieber im Frühdienst arbeiten, damit ich beizeiten Feierabend hatte. Ich gehe heute immer frühmorgens Einkaufen, weil ich einkaufen nicht sehr mag und es danach schon erledigt ist. Ich esse die Lebensmittel die mir nicht gut schmecken immer zuerst, auf die Gefahr hin, dass ich, wenn die leckeren Dinge auf dem Teller dran sind, bereits satt bin (oder aber über mein Sättigungsgefühl weiteresse).
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen hat den Vorteil, dass das lästige Gefühl von «i sött no» nicht mehr präsent ist und ich das Vergnügen wirklich geniessen kann. Die Gefahr allerdings besteht darin, nicht zu erkennen, wann die Arbeit für heute getan ist. Es gibt immer etwas zu tun! Dabei das Ende der to do Liste zu sehen ist eine Kunst. Dies gelingt mir mittlerweile in dem ich tatsächlich eine Liste mit Dingen habe, die ich in der jeweiligen Woche erledigt haben möchte. Nicht an einem Tag, sondern in der ganzen Woche. So lerne ich, die verschiedenen Aufgaben auf verschiedene Tage zu verteilen und habe am Feierabend auch wirklich frei. Das schönste dabei ist, die erledigten Dinge abzustreichen! Ist es verwerflich, wenn ich Dinge, die nicht auf der Liste standen und ich trotzdem erledigt habe, aufschreibe und dann durchstreiche? Ist das mein Belohnungssystem?? Es ist sooo erleichternd und ich bin dem Vergnügen ein Stückchen näher.
Kürzlich habe ich in einen Beitrag von einer Dame auf den sozialen Medien gesehen, dass sie ein Bild malen werde. Sie könne aber auch Staubsaugen oder Einkaufen gehen. Aber sie werde ein Bild malen, weil ihr das jetzt Freude bereite. Ich habe gestaunt, war etwas entrückt, überrascht und vielleicht auch etwas schockiert… Sie macht erst etwas, das ihr Freude bereitet? Sie macht erst etwas das ihr Freude bereitet!! Dann die Überlegung: «Kann ich das auch?» - können schon, aber kann ich es denn auch geniessen, da ich doch noch so einiges erledigen MUSS? Muss ich denn all dies erledigen, oder kann ich einfach «s füfi grad sii loh»?
Etwas einfach mal sein lassen das gelingt mir schon recht gut. Aber das was sein muss, wird immer noch zuerst erledigt. Ich weiss, wenn meine Liste noch nicht abgearbeitet ist, könnte ich die Freude gar nicht geniessen.
Vielleicht wäre das etwas was ich in einer Hypnosetherapie lösen könnte. Aber es stört mich nicht sehr. Eigentlich ist es doch von Vorteil, Dinge zu erledigen, bevor die Liste unüberschaubar lang wird. Ganz nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, oder was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! Und so freue ich mich auf mein Vergnügen nach getaner Arbeit!

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Denise - 14:41:31 | Kommentar hinzufügen